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Impfstoffüberfluss: Durch Untätigkeit verschärft die Bundesregierung die humanitäre Katastrophe

Im Wortlaut von Achim Kessler,

Schon sieben Monate nach dem Impfstart bleiben viele Impfzentren auf immer größeren Covid-19-Vakzin-Mengen sitzen. Nach Recherchen der Welt wird Impfstoff mittlerweile in größeren Mengen vernichtet, weil die Haltbarkeit abläuft. Allein das Kölner Impfzentrum habe gerade knapp 20.000 Dosen entsorgt, darunter 5.300 Dosen von Biontech, in Bayern wurden 27.000 Dosen vernichtet, in Baden-Württemberg waren es 4000, in Rheinland-Pfalz knapp 2-200, im Saarland 6.000. 

Achim Kessler, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, kommentiert: „Dass das Interesse an dem Impfstoff AstraZeneca nachlassen würde, war schon lange absehbar. Doch anstatt die Liefermengen an die Länder zu reduzieren und die überflüssigen Impfdosen über die internationale COVAX-Initiative an ärmere Länder zu geben, beschränkte sich die Bundesregierung darauf, die logistischen und vertraglichen Probleme zu beschreiben und nichts zu deren Bewältigung zu unternehmen. Denn offensichtlich ist das möglich: Die USA haben bisher 60 Millionen Impfdosen gespendet, China über 24 Millionen, die gesamte Europäische Union lediglich 8 Millionen. 

Doch während in Afrika weniger als zwei Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind, werden in Deutschland ungenutzte Impfdosen vernichtet. Wenn die Bundesregierung schon die Patentfreigabe als effektivstes Mittel zur weltweiten Pandemiebekämpfung blockiert, ist die Weitergabe ungenutzter Dosen wirklich das Mindeste was sie tun muss. Durch ihre Untätigkeit verschärft die Bundesregierung die humanitäre Katastrophe, die sich in vielen Ländern abzeichnet, und beschädigt das internationale Ansehen Deutschlands schwer.“

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